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EGON HOFMANN–LINZ
Künstler Industrieller Kosmopolit

24. Jänner bis 9. August 2020

Das Werk Egon Hofmanns steht am Beginn der modernen Malerei in Oberösterreich. Mit der erweiterten Signatur „Egon Hofmann–Linz“ unterstrich er seine intensive Beziehung zu Linz, zu der Stadt, die Zeit seines Lebens der Mittelpunkt seines Schaffens blieb. Aufgewachsen in einer wohlhabenden Familie zur Zeit der österreichischen Monarchie, entwickelte er seine gesellschaftlichen, beruflichen und privaten Beziehungen vornehmlich in Linz, unterhielt daneben aber eine außergewöhnlich rege Reisetätigkeit, die ihn auch in abgelegene Erdteile führte. Sein Studium der Rechtswissenschaften sollte dem Familienunternehmen dienen. Vielmehr entsprach aber die danach absolvierte Ausbildung zum akademischen Maler in Paris, Stuttgart und Dresden seiner Veranlagung. Sein künstlerisches Talent war früh entdeckt und gefördert worden. Besonderen Einfluss übte seine als Malerin bekannte Mutter Agathe Hofmann-Schwabenau aus. Ebenso früh zeigte sich seine Leidenschaft für die Bergwelt, der er sich auf ausgedehnten Touren und Expeditionen widmete.

Hofmanns Bildsprache greift neueste Strömungen der Kunst des beginnenden 20. Jahrhunderts, von Paul Cézanne, den Künstlern der „Brücke“ oder den Schweizer Malern im Umfeld von Ferdinand Hodler, auf. Er entwickelte bald einen unverkennbaren Personalstil in Duktus, Farbwahl und strenger Komposition und erreichte eine Perfektion in der Wiedergabe von Schnee und Eis, die den befreundeten Alfred Kubin dazu veranlasste, ihn als „Meister der Firne“ zu bezeichnen.

Neben der Bergmalerei entstanden über das gesamte Schaffen Stillleben von feinster Poesie sowie Werke, in denen er Eindrücke von seinen Reisen festhielt. Zu einem weiteren Markenzeichen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg seine Ansichten des Mühlviertels.

Hofmann setzte auch in der Technik des Holzschnitts seine Themen mit großer kompositorischer Strenge und expressiver Kraft um. Gerade im druckgrafischen Frühwerk gewährte er dem erzählerischen Element einigen Raum. Im Gegensatz dazu verzichtete er in den Gemälden weitgehend auf figurale Darstellungen, so wie auch in den direkt vor dem Motiv entstandenen Farbkreidezeichnungen und Aquarellen. Auch als Egon Hofmann 1934 den Familienbetrieb (Kirchdorfer Zementwerke) übernehmen musste, blieb er in erster Linie Künstler. Als hoch aktive Persönlichkeit von großer Strahlkraft setzte er sich immer für ein lebendiges Linzer Kunstleben ein. Er war ebenso maßgeblich an der Gründung der Künstlervereinigung „Der Ring“ beteiligt, wie an der Gründung des „Künstlerbund März“, als dessen Vorstand er über viele Jahre vor und nach dem Krieg tätig war. Dank seiner Vermittlerrolle zwischen Wirtschaft und Kunst wurden viele Projekte möglich. So entstand 1957 durch seine Unterstützung ein Atelierhaus für junge Künstlerinnen und Künstler (Im Dörfl 3), das nach ihm benannt wurde und bis heute ein wesentliches Element des Linzer Kulturschaffens bildet.

Kuratorinnen: Michaela Nagl, Andrea Bina
Ausstellungsgestaltung: Margit Greinöcker und Tobias Hagleitner (Ausstellungsgestaltung und Leitung Egon-Hofmann-Haus)

Publikation

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag Anton Pustet. Mit einem Vorwort von Andrea Bina und Texten von Andrea Bina, Bertold Ecker, Margit Greinöcker, Tobias Hagleitner und Michaela Nagl. 300 Seiten, farbige Abbildungen, dt. € 29

Der Katalog ist im NORDICO Onlineshop erhältlich

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Veranstaltungen & Führungen

Veranstaltungen und Führungen finden aktuell auf Grund der Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus/COVID-19 nicht statt.

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Foto: Norbert Artner